FV Unterharmersbach : SV Steinach 1:1 (0:0)
Der SV Steinach hat im richtungsweisenden Auswärtsderby beim FV Unterharmersbach einen wichtigen, wenn auch letztlich unbefriedigenden Punkt im Kampf um den Klassenerhalt geholt. Nach den herben Niederlagen der vergangenen Wochen stand die Elf von Trainer Stefan Allgaier am Sonntagnachmittag im Eckwaldstadion spürbar unter Zugzwang. Das direkte Duell gegen den Tabellenvorletzten endete nach einer deutlichen Leistungssteigerung der Kinzigtäler mit einem 1:1 Unentschieden. Obwohl die Allgaier-Elf nach über 360 punkt- und torlosen Minuten endlich wieder einen Treffer bejubeln durfte, fühlte sich die Punkteteilung am Ende für beide Mannschaften nach zu wenig an, da der SVS mit nun 18 Punkten den Anschluss an das sichere Mittelfeld vorerst verliert und Unterharmersbach bei 12 Zählern im Tabellenkeller stecken bleibt.
Die Partie begann von beiden Seiten sichtlich nervös, wobei die Verunsicherung der letzten Wochen auf dem Platz deutlich spürbar war. Die Hausherren versuchten früh, Druck aufzubauen, und drängten Steinach in den ersten Minuten tief in die eigene Hälfte. Bereits in der zweiten Minute sorgte ein Kopfball von Benjamin Lehmann nach einer Flanke von rechts für erste Gefahr vor dem Kasten von SVS-Schlussmann Mario Echle. Erst nach knapp zehn Minuten konnten sich die Gäste etwas befreien, als Kapitän Robin Blum mit einem Distanzschuss aus 20 Metern das erste offensive Lebenszeichen setzte. In der Folge entwickelte sich ein zerfahrenes Spiel mit vielen Fehlern im Aufbau, in dem beide Teams nach Sicherheit suchten. Nach einem gefährlichen Freistoß des Unterharmersbachers Enrico Tschiggfrei (12.) und einer starken Konterchance der Gastgeber über Jens Alender und Benjamin Lehmann (17.) musste der SVS einen frühen personellen Rückschlag hinnehmen. Leon Schwendemann verließ verletzungsbedingt den Platz, für ihn kam Sebastian Krämer in die Partie (18.). Dieser fügte sich nach Vorarbeit von Marius Matt und Fabio Vögele gleich mit einer guten Gelegenheit ein (20.), brachte jedoch nicht genug Druck hinter den Ball. Bis zum Pausenpfiff erarbeitete sich Steinach ein leichtes Chancenplus, verpasste aber in der 35. Minute die Führung. Nach einer hervorragenden Vorarbeit von Robin Blum über die linke Seite vergab Robin Schmidt zentral vor dem Tor.
Nach dem torlosen, aber bis dato leistungsgerechten Pausenstand startete der FVU schwungvoll in den zweiten Durchgang. Mario Echle musste direkt nach Wiederanpfiff gegen Jan Bruder eingreifen, der von Alender bedient worden war (46.), und auch in der 51. Minute bei einem weiteren Alender-Kopfball auf der Hut sein. Doch dann belohnte sich der immer präsenter werdende SV Steinach für seine verbesserten Offensivbemühungen. In der 58. Minute war es endlich so weit. Marius Matt bediente den spielfreudigen Robin Schmidt, der den Ball zum 1:0 Führungstreffer für den SVS über die Linie schob. Es war die langersehnte Erlösung und das erste Steinacher Tor seit Ende November. Beflügelt von der Führung drängte die Allgaier-Elf nun auf die Vorentscheidung. Wieder war es der auffällige Schmidt, der Unterharmersbachs sicheren Torhüter Dirk Haase mit einem strammen Schuss (60.) und einem platzierten Schlenzer von der Strafraumkante (75.) zu Glanzparaden zwang. Auch Marius Matt verzeichnete zwischenzeitlich einen guten Abschluss (68.). Die mangelnde Chancenverwertung der Kinzigtäler, insbesondere ein von Schmidt vergebener Konter in der 77. Minute, sollte sich in der Schlussphase jedoch rächen.
In der 82. Minute bestätigte sich die alte Fußballweisheit, dass ausgelassene Chancen häufig bestraft werden. Die Gastgeber fuhren einen schnellen Konter über Falikou Diomande. Zwar konnte
SVS-Keeper Echle den ersten Abschluss noch stark parieren, gegen das hartnäckige Nachsetzen des Stürmers war er jedoch machtlos, sodass Unterharmersbach zum 1:1 ausglich. In den verbleibenden
wilden Schlussminuten warfen beide Mannschaften noch einmal alles nach vorne und suchten vehement den entscheidenden Siegtreffer, doch ein weiteres Tor wollte auf keiner Seite mehr fallen. Trotz
der sichtbaren spielerischen Aufwärtstendenz und dem Ende der langen Torflaute trat der SV Steinach die Heimreise mit enttäuschten Gesichtern an. Dennoch gilt es, auf der stark verbesserten
kämpferischen Leistung aufzubauen und den wiedergefundenen Offensivmut in das anstehende Heimspiel mitzunehmen, um die dringend benötigten Punkte im Abstiegskampf einzufahren.
Bilder: Stefan Lauterbach
















































































